APOSTELGESCHICHTE (6,1-7):
EVANGELIUM: Joh. 14, 1-12
Wer ist dieser Gott, an den wir glauben? Welche Vorstellungen haben wir von ihm? Viele Religionen reden von Gott. Ist es derselbe? Wenn dieser Gott der Schöpfer, der Ursprung aller Dinge und aller Menschen ist, dann ist er der Vater aller Menschen. Alle Menschen sind seine Kinder. Aber diese Kinder, diese Menschen, haben oft sehr unterschiedliche Vorstellungen von Gott. Und woher haben sie diese? Haben sie sich da selbst etwas zusammengereimt? Was lässt uns annehmen, dass dieser Gott ein guter Gott ist, der es gut mit uns meint und Interesse an uns hat?
Als Christ sagen wir: „Wir glauben an den Gott von Jesus Christus.“ Er hat wunderbare, hoffnungsvolle Dinge über Gott gesagt. Seine Botschaft von Gott ist wirklich eine gute Botschaft, eine frohe Nachricht, ein Evangelium. Und woher hat Jesus das? Darauf gibt Jesus im heutigen Johannesevangelium eine Antwort.
Hier redet Jesus über seine Beziehung zu Gott. Es ist eine unglaublich starke Beziehung:
- Nach Jesus ist Gott zu vergleichen mit einem Vater, der nur das Wohl seiner Kinder will. Also nicht eine strenger Richter, der darauf achtet, dass wir nach seinen Geboten leben und uns bestraft, wenn wir das nicht tun.
- Jesus sagt: Gott ist .. „der Vater, der in mir lebt und durch mich handelt... Ich bin im Vater, und der Vater ist in mir.“
Jesus hat also eine unerhört intensive und intime Beziehung zu Gott. Und deswegen kann er sagen:
- „Zum Vater kommt man durch mich.“ - - „Wenn ihr mich wirklich kennt, dann kennt ihr auch meinen Vater.“ - - „Ihr müsst nur eng mit mir verbunden bleiben.“
Zusammenfassend kann Jesus dann auch sagen: „Ich bin der Weg zu Gott, ich verkörpere die Wahrheit über Gott, und so bin ich das Leben, führe ich euch zum wahren Leben.“
Diese Beziehung von Jesus zu Gott ist einmalig, unüberbietbar. Sein ganzes Leben lang ist Jesus aufs Innigste mit Gott verbunden. Immer wieder hat er sich zurückgezogen, um im Gebet bei Gott zu verweilen. Jesus lebt und wirkt ganz in Einklang mit Gott. Durch Jesus wissen wir dann auch, wie Gott zu uns steht. Im Handeln von Jesus sehen wir, wie Gott sich zu den Menschen verhält.
All dies behauptet Jesus nicht nur: Er zeigt und bestätigt es auch durch seine Lebens- und Sterbensweise. Ich habe da einmal ein Buch gelesen, in dem der Autor sagte: „Ohne Jesus wäre ich Atheist, könnte ich an keinen Gott glauben, denn wer ist das? Durch Jesus weiß ich es.“ Es ist schon so vieles über Gott gesagt worden, oft sehr widersprüchliche Dinge. Und Menschen jagen oft falschen Gottesvorstellungen nach, die einen negativen Einfluss auf ihr Leben ausüben.
Als Christen sagen wir: Was wir durch Jesus von Gott erf ahren, ist glaubwürdig. Es macht Hoffnung. Es zieht uns zu Gott. Es gibt uns einen festen Halt, trotz allem. Wir leben zuversichtlich und empfinden dadurch einen inneren Frieden. Von diesem Gott dürfen wir alles Gute erwarten und deswegen möchten wir in einer unbedingten, bedingungslosen Vertrauensbeziehung zu Gott leben. Denn das heißt ja schließlich „an Gott glauben“. Deswegen sagt Jesus auch: „Habt keine Angst! Vertraut auf Gott und vertraut auch auf mich!“
Als Christen halten wir uns also an Jesus Christus. Wir möchten mit ihm immer mehr vertraut werden, ihn immer besser verstehen lernen, denn dann verstehen wir auch immer mehr. wer Gott für uns ist. Dieser Lernprozess dauert ein Leben lang an. Wir müssen uns immer wieder mit Jesus auseinandersetzen und so finden wir immer wieder zu Gott.